Die Post-Occupancy-Evaluation (POE) ist eine strukturierte Überprüfung, wie ein Gebäude oder Raum funktioniert, nachdem Menschen ihn in Nutzung genommen haben. In einem Büro kombiniert sie Mitarbeiterfeedback mit Beobachtungen und Betriebsdaten, um Probleme zu identifizieren, Änderungen festzulegen und zu prüfen, ob diese geholfen haben.
Mein Ausgangspunkt ist ein konkretes Arbeitsproblem: Können Beschäftigte einen Ort für ein vertrauliches Telefonat finden, sich an ihren Schreibtischen konzentrieren oder ihren Arbeitsplatz komfortabel nutzen? Halten Sie fest, wo und wann das Problem auftritt, und entscheiden Sie dann anhand von Mitarbeiterfeedback und Beobachtungen, was geändert werden soll.
Zuletzt aktualisiert: 7. Oktober 2026 | Autor: Richard

Was ist eine Post-Occupancy-Evaluation?
Eine POE vergleicht den Arbeitsplatz, den Sie bereitstellen wollten, mit dem Arbeitsplatz, den die Beschäftigten erleben. Die RIBA-Leitlinien zur Post-Occupancy-Evaluation empfehlen, bei den vom Auftraggeber gewünschten Projektergebnissen anzusetzen und aus der tatsächlichen Gebäudeperformance im Betrieb zu lernen.
Bei einer Abnahmeinspektion lassen sich eine defekte Leuchte oder eine unvollständige Installation feststellen. Eine Überprüfung eines genutzten Büros kann aufzeigen, dass Blendung am Nachmittag einen Schreibtisch schwer nutzbar macht oder dass ein für sechs Personen gebuchter Besprechungsraum überwiegend für einzelne Videoanrufe genutzt wird. Die Überprüfung im genutzten Büro verbindet den physischen Raum mit der Arbeit, die Menschen tatsächlich erledigen.
Wählen Sie für eine erste praktische Überprüfung einen Zeitraum, in dem sich normale Arbeitsabläufe etabliert haben, und beziehen Sie die arbeitsintensiven Tage ein, die Sie verstehen müssen. Prüfen Sie saisonale Komfortprobleme unter den jeweiligen Bedingungen erneut. Beheben Sie dringende Mängel, sobald sie auftreten.
Verfassen Sie vor der Informationssammlung ein kurzes Briefing:
- Entscheidung: Welche Änderungen sollen die Ergebnisse ermöglichen?
- Umfang: Welche Etage, welches Team, welche Arbeitsumgebungen und welche Zeiträume sind eingeschlossen?
- Ausgangssituation: Was versprach das Planungsbriefing, und welches frühere Feedback oder welche Aufzeichnungen liegen vor?
- Verantwortung: Wer sammelt die Nachweise, genehmigt Maßnahmen und berichtet zurück?
Nutzen Sie Feedback und Aufzeichnungen aus der Zeit vor dem Einzug als Ausgangsbasis. Falls diese nicht verfügbar sind, machen Sie diese Überprüfung zum Ausgangspunkt für die Messung künftiger Änderungen.
Methoden für die Post-Occupancy-Evaluation auswählen
Setzen Sie Methoden ein, die verschiedene Teile derselben Frage beantworten. Eine Umfrage ermittelt berichtete Schwierigkeiten; ein Rundgang lokalisiert sie; Betriebsdaten oder gezielte Messungen helfen, eine Erklärung zu prüfen.
| Methode | Nützliche Erkenntnisse | Was zusätzlich geprüft werden sollte |
|---|---|---|
| Mitarbeiterbefragung | Zufriedenheit, wiederkehrende Schwierigkeiten und Arbeitsumgebungen, die für Menschen schwer zugänglich sind | Wer teilgenommen hat, wie häufig sie vor Ort sind und ob dasselbe Problem bei Beobachtungen auftritt |
| Begehung und Beobachtung | Tatsächliche Raumnutzung, Konflikte in den Verkehrswegen, Blendung und Orte, an denen störende Aktivitäten auftreten | Zu relevanten Zeiten wiederholen; ein einziger ruhiger Besuch kann ein Problem an einem stark frequentierten Tag übersehen |
| Kurzinterviews | Die einer Beschwerde zugrunde liegende Aufgabe und die Behelfslösungen, die Menschen nutzen | Um konkrete Beispiele bitten und dann prüfen, ob andere auf dasselbe Problem stoßen |
| Buchungs- und Facility-Management-Aufzeichnungen | Reservierungen, Nichterscheinen, Störungsmeldungen und wiederkehrende Serviceprobleme | Reservierungen mit der tatsächlichen Raumnutzung vergleichen |
| Gezielte Umgebungsmessungen | Bedingungen an einem angegebenen Ort zu einer bestimmten Zeit | Geeignete Messgeräte und einen auf die Fragestellung abgestimmten Messplan verwenden; die zuständige Fachperson bitten, technische Ergebnisse zu interpretieren |
Untersuchen Sie beispielsweise die Aussage “Es ist nie ein Raum verfügbar”, indem Sie Befragungsfeedback, Reservierungen und die beobachtete Nutzung während der gemeldeten Spitzenzeiten vergleichen. Leere reservierte Räume deuten auf ein Buchungsproblem hin. Durchgängig belegte Räume, während Menschen weiterhin warten, deuten auf ein Kapazitätsproblem oder ein Problem mit dem Mix der Raumtypen hin.
Für Auslastungsdaten verwenden Sie Beobachtungen oder ein System, das die tatsächliche Nutzung erfasst. Bei B&H Ergonomics schalten unsere lokalen Personensensoren Beleuchtung und Lüftung ein; sie speichern keine Belegungshistorie. Eine Außenanzeige für die Belegung zeigt die aktuelle Nutzung an.
Fragebogen zur Evaluierung der Büroräume nach Bezug
Fragen Sie nach Bedingungen, die Menschen aus eigener Erfahrung beschreiben können. Das Center for the Built Environment der UC Berkeley verwendet Nutzerbefragungen zur Bewertung der Qualität der Innenraumumgebung, einschließlich thermischem Komfort, Luftqualität, Akustik, Beleuchtung, Sauberkeit, Raumaufteilung und Einrichtung.
Für eine interne Büroprüfung empfehle ich den folgenden kurzen Fragebogen. Für Vergleiche mit anderen Gebäuden verwenden Sie das Erhebungsinstrument und die Bewertungsmethode, die mit Ihrer gewählten Benchmark-Datenbank verknüpft sind.
Legen Sie den Zeitraum und die Antwortskala fest
Bitten Sie die Mitarbeitenden, die vergangenen zwei Wochen an den Tagen, an denen sie in diesem Büro gearbeitet haben,. zu berücksichtigen. Erfassen Sie, an wie vielen Tagen sie vor Ort waren und welchen üblichen Arbeitsbereich sie nutzen, in einer ausreichend allgemeinen Form, um die Identität einzelner Personen zu schützen. Personen, die nicht vor Ort waren, sollten die Erfahrungsfragen überspringen.
Verwenden Sie für alle bewerteten Aspekte dieselbe Skala: 1 = sehr unzufrieden, 2 = unzufrieden, 3 = weder zufrieden noch unzufrieden, 4 = zufrieden, 5 = sehr zufrieden. Ergänzen Sie nicht zutreffend / nicht genutzt als separate Option.
Beantworten Sie für jeden Aspekt die Frage “Wie zufrieden waren Sie in diesem Zeitraum mit …?”:
| Artikel | Bewertete Frage |
|---|---|
| Fokus | Ihrer Fähigkeit, sich an Ihrem üblichen Arbeitsplatz zu konzentrieren? |
| Lärm | dem Geräuschpegel durch Gespräche in der Nähe? |
| Sprachprivatsphäre | dem Zugang zu einem Ort, an dem Arbeitsgespräche die erforderliche Vertraulichkeit haben? |
| Telefonate | der Verfügbarkeit eines geeigneten Orts für ein individuelles Telefon- oder Videogespräch? |
| Besprechungen | Availability of a space suited to the size of your meeting? |
| Temperature | The temperature at your usual workstation? |
| Air | The perceived freshness of the air at your usual workstation? |
| Beleuchtung | Lighting comfort when using your screen or reading? |
| Möbel | The adjustability of your workstation furniture for your tasks? |
| Movement | Your ability to move between work areas and shared facilities? |
| Sauberkeit | The cleanliness of shared work settings? |
Follow with three open questions:
- Which workplace problem most often interrupted your work? Describe the location, time, and task.
- What did you do when that happened—for example, move, wait, postpone the task, or use another space?
- What one change would most improve that situation?
Tell employees who will see responses and how findings will be reported. Collect only the details needed to locate and understand the problem. Provide a private contact for individual access or accommodation issues.
Identify patterns in the responses
For each item, report the number of valid responses and the distribution across the five ratings. Keep “not applicable / not used” separate from neutral responses and exclude it from any rating average.
Report how many eligible employees were invited and how many responded. Check which work areas and attendance patterns are represented, and seek feedback from groups with few responses. Combine small groups in shared reports to protect individual identities.
Look for specific patterns in comments. “Cold near the north windows in the afternoon” gives facilities staff a place and time to investigate. Use air-freshness complaints to direct a facilities check of the affected area, including ventilation operation and measurements suited to the reported problem.
Post occupancy evaluation checklist
Walk the office during the conditions employees describe. Include a busy period and a quieter comparison period where it helps explain the problem. Record occupied seats, activity types, and movement; leave personal details and conversation content out of the log.
| Bereich | Check during actual use | Dokumentieren Sie |
|---|---|---|
| Focus and noise | Where calls, conversations, equipment, and passing traffic affect work | Source, nearby task, location, time, and reported interruption |
| Private Anrufe | Whether people can reach a suitable setting when needed | Waiting, failed access, alternative locations, and whether available spaces are used |
| Meeting space | Actual group size compared with the room used | Time sample, reserved/occupied status, group size, and equipment problems |
| Temperature and air | Locations and times of discomfort; accessible user controls; reported equipment faults | Employee report separately from any measured value and instrument details |
| Beleuchtung | Screen reflections, direct glare, shadows, and task-light use | Desk orientation, time, conditions, and affected task |
| Möbel | Whether employees can adjust and use the workstation for their tasks | Adjustment difficulty, equipment fit, and the action needing follow-up |
| Movement and access | Chair pullback, door use, waiting areas, storage, and shared routes | Exact conflict and location; refer accessibility or egress questions to the responsible project team |
| Shared facilities | Cleaning, supplies, signage, and ease of finding the intended setting | Repeated failures, time of occurrence, and service responsibility |
Use a consistent record for each finding:
Finding ID · location · date/time · attendance/context · employee report · observation or measurement · explanation to test · next check
A useful observation is specific: “Three one-person calls occupied three four-seat rooms at 10:00 a.m.” That finding gives you a clear next check: how many calls happen at once, and where else can those callers go? Use the answer to assess the mix of individual call spaces and group meeting rooms.
When survey and walkthrough findings disagree, revisit the reported time and task. Check whether you missed the peak and ask employees why they pass over an available setting. Its location, equipment, or layout may explain the gap.
Turn findings into an action plan
Give each confirmed problem a responsible person, a next action, a target date, and a way to check the result. Prioritize urgent faults and access problems through the existing facilities process, then recurring barriers to work. Consider frequency, impact, and the effort required to test a remedy.
Use these examples to assign an action and a follow-up measure to each finding.
| Finding | Evidence to check | First action to test | Suggested owner | Follow-up measure |
|---|---|---|---|---|
| Rooms appear fully booked but are often empty | Reservations compared with repeated observations | Clarify cancellation and no-show release rules | Workplace operations | Empty reserved periods and failed-access reports |
| Private call spaces remain full despite reasonable use | Concurrent demand, waiting, session purpose, and available alternatives | Review the number, type, and location of enclosed settings | Workplace planning | Waiting and failed access during comparable peaks |
| A desk group reports afternoon glare | Timing of reports and screen reflections | Test blind settings or workstation orientation | Facility Management | Repeat feedback and observation at the affected time |
| A zone feels too warm or stuffy | Location/time reports, occupancy, system operation, and relevant measurements | Have the building-services team investigate the affected zone | Facilities/HVAC team | Comparable comfort feedback and selected technical measurements |
| A shared route is repeatedly obstructed | Furniture use, storage, door movement, and waiting | Relocate the obstruction and review the route | Facilities/project team | Recheck movement during normal use |
For shared pods, I recommend checking booking and turnover first. Use the shared office pod usage policy to establish clear rules. If people follow those rules, use the pods for appropriate tasks, and still have to wait regularly, review capacity.
Where the evaluation establishes a shortage of enclosed call, focus, or small-meeting settings, compare Büro-Pods against the observed tasks, simultaneous demand, and available placement area. Keep building-wide temperature, lighting, and ventilation findings with the teams responsible for those systems.
Track each action as proposed, being tested, or verified. After installation or an operating change, check whether employees can complete the task that prompted the action.
Recheck whether the change worked
Choose the follow-up date when you assign the action, allowing enough normal use for employees to experience the change. Repeat the relevant survey items and observation method. Record differences in attendance, work patterns, weather, or season that affect the comparison.
For a call-space change, repeat observations during the same type of peak and ask whether employees still wait, move elsewhere, or abandon calls. For glare, revisit the affected desks at the relevant time of day. Compare those specific measures with the baseline so you can see which problems improved and which remain.
Close the record when the evidence meets the success criterion agreed for that action. If it does not, retain the finding and test the next explanation. Share a brief update with employees: what they reported, what changed, what the follow-up showed, and who owns the remaining work.


